Genauigkeit in Abhängigkeit von der Messspanne

Die Messgenauigkeit von z.B. Temperaturmessumformer ist von der ausgewählten Skalierung bzw. der Messspanne (kleinster Messwert -> grösster Messwert) abhängig. Diese Spanne wird als Einheit in Kelvin (K) angegeben.

Beispiel:

Messbereich: 0 bis +100°C => Spanne: 100 K

Messbereich: -30 bis +70°C => Spanne: 100 K

In den technischen Daten wird die Genauigkeit wie folgt beschrieben: ±0,2 K + max. ±1,5% Spanne

Dies bedeutet, dass der Messfehler bei ±0,2 K liegt, welcher sich im ungünstigsten Fall um max. ±1,5% von der Spanne erhöht.

 

Berechnung der Genauigkeit

Messbereich: -50 bis +150°C (=> Spanne 200 K)

Genauigkeit: ±0,2 K + max. ±1,5% Spanne 

Berechnung: (±0,2 K) + (±1,5% von 200 K = 3 K) = ±3,2 K

Der maximale Messfehler liegt somit bei einer Messspanne von 200 K im ungünstigsten Fall bei ±3,2 K.

 

Genauigkeit in der Praxis

Da man in der Theorie immer vom ungünstigsten Fall (worst case) ausgeht, bedeutet dies nicht automatisch, dass der Messfehler in der Praxis so hoch ist. Die Genauigkeit hängt vom jeweiligen Sensor und der Bauform ab.

Testmessung 1:

Bei Testmessungen von Kabeltemperatur-Messumformer mit Pt100 1/3 DIN Sensor, 4-Leiteranschluss und 10 m Leitung ergaben sich Genauigkeiten von < ±4 K bei einer Messspanne von 250 K.

Testmessung 2:

Bei Testmessungen von Aussentemperatur-Messumformer mit Hülse, Pt100 1/3 DIN Sensor, 4-Leiteranschluss und 80 m Leitung ergaben sich Genauigkeiten von < ±0,5 K bei einer Messspanne von 50 K.